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10
Aug

Recap: Webmontag Frankfurt #31

Mareike   |   Design, Technik   |   3 Kommentare   |   Teilen   |  

Webmontag, der 31. in Frankfurt.

In seiner Begrüßung konnte Darren Cooper seine Freude und ein wenig Stolz über die mittlerweile stattliche Zahl an Veranstaltungen nicht verbergen. Noch besser gestimmt haben dürfte ihn und Ali Pasha Foroughi, dass sich der Veranstaltungssaal in der Brotfabrik nach dem ersten Programmpunkt „Ankommen, Tach sagen, Drinks bestellen“ bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt hatte. Nach der kurzen Sommerpause waren wohl einige hungrig auf Networking, Trends und Vorträge zum Thema Web 2.0.

Cloud in Plain German

Jörg Thoß, Solution Sales Manager bei Open Text, eröffnete den eigentlichen Teil des Abends mit seiner Präsentation „Cloud in Plain German“. Anschaulich erläuterte er Sinn und Zweck von Cloud-Systemen, ohne in Fach-Chinesisch zu verfallen.

Dass dieser Webmontag bewusst ein breiteres Themenfeld abdecken würde als bisher, hatte Darren Cooper bereits in seiner Begrüßung angekündigt. Umgesetzt wurde es spätestens in den Vorträgen 2 und 3, die man unter dem Begriff „Der Trend geht zum Selbstmachen“ zusammenfassen kann:

Do it yourself I

Annabelle Hornung und Tine Nowak waren gekommen, um die Ausstellung „Do It Yourself – Die Mitmach-Revolution“ vorzustellen, die ab dem 24. August 2011 (19 Uhr) im Museum für Kommunikation in Frankfurt zu sehen ist. Und der Untertitel ist Programm: Besucher dürfen Vitrinen mit eigenen DIY-Exponaten füllen und sich gegenseitig über Tipps und Tricks austauschen.

„Do it yourself“ liegt im Trend und hat nicht nur was mit Basteln, Heimwerken und „guerilla knitting“ zu tun, sondern beeinflusst auch das Geschehen im Web:

Der Erfolg von Webseiten wie dawanda.de und etsy.com zeigt nicht nur, dass Menschen gerne Dinge selbst machen, sondern diese auch gerne vielen weiteren Personen präsentieren und wenn möglich sogar verkaufen wollen. Das Internet macht’s möglich! So entsteht eine DIY-Mikroökonomie, die nicht nur Belohnungssysteme bereit stellt, sondern auch soziale Reputation für die „Bastler“ bringen kann.

Do it yourself II

Um Basteln auf etwas anderer Ebene ging es im Vortrag von Nikolay Georgiev über „Open Source Ecology“. Dabei handelt es sich um eine Open-Source-Technologieplattform, die von einem Netzwerk aus Farmern, Ingenieuren und Unterstützern entwickelt wurde. Zusammen haben sie das Global Village Construction Set entwickelt: Ob Traktoren, Bulldozer oder Bagger – alles ist möglich mit den frei im Internet zur Verfügung gestellten Anleitungen.

Von Menschen und Marken

Besonders anschaulich und kurzweilig war der letzte Vortrag des Abends von Tom Klose, Creative Director der CAMAO AG, der „Von Menschen und Marken“ handelte und sich dabei vor allem der Frage widmete, „wie Marken heute gelebt werden müssen“.

Zunächst müsse man wissen: „Was ist überhaupt eine Marke?“ Antwort: Eine Marke ist kein Produkt und auch kein Logo, sondern: (1) Marken sind Gefühle. Gefühle im Bauch eines Menschen, und (2) Marke ist subjektiv und oft unlogisch. Daraus ergeben sich neue Regeln für die Markenkommunikation, denn wenn Marken im wesentlichen aus menschlichen Gefühlen entstehen, dann muss auch beachtet werden, dass Menschen sich ändern (wie auch ihre Emotionen).

Copyright: Kai Nehm

Während es also früher das Ziel war, “look and feel” der eigenen Marke zu kontrollieren, so müsse heute der Charakter der Marke beeinflusst werden. Dies lasse sich auf eine einfache Formel bringen, die auch Anwendung auf Partnerschaften finden kann:
Vertrauen = Zuverlässigkeit + Freude.

Anhand von Beispielen aus der letzten Zeit machte Tom Klose deutlich, dass es oftmals besser ist, ehrlich und humorvoll mit den Menschen bzw. Kunden umzugehen.

Positivbeispiel sei hier der Onlinehandel OTTO gewesen, der auf facebook das OTTO-Gesicht gesucht hatte. Als ein als Frau verkleideter Mann das Voting gewann, nahm es das Unternehmen locker und kürte ihn/sie als Gewinner(in). Ein Image-Gewinn, denn Spaß verstehen kommt immer gut an.

Weniger locker zeigte sich dagegen Pril bei seiner Kampagne „Mein Pril – mein Stil“. Hier konnte man eigene Entwürfe für das Verpackungsdesign einreichen und zur Abstimmung stellen. Beim Wettbewerb wurden aber schnell einige nicht ganz ernst gemeinte Entwürfe auf die vordersten Plätze gevotet, u.a. ein Design mit dem Slogan „Schmeckt lecker nach Hähnchen“. Kurzerhand wurden von Pril die Regeln geändert und die zwei Gewinner durch eine „unabhängige“ Jury festgelegt – ein Vorgang, der nicht nur von der Community mit Protesten und Gegenaktionen quittiert wurde, sondern auch dem Image von Pril geschadet haben dürfte.
Mehr dazu in diesem Blogbeitrag.

Mit einem Zitat von Zino Davidoff zog Tom Klose dann das Fazit: „Ich habe kein Marketing gemacht. Ich habe immer nur meine Kunden geliebt.“

Copyright: Kai Nehm

Ein weiser Spruch am Ende eines inspirierenden und interessanten Abends in der Brotfabrik. Neue Erkenntnisse im Kopf und neue Kontakte in der Tasche deuten auf eine erfolgreiche Veranstaltung hin. Auf Twitter wurde dies auch schnell und vielfach kundgetan. Während einige noch virtuell das positive Fazit ins Web und in die Welt hinausschickten, waren andere schon dabei im Café unter dem Veranstaltungssaal dem persönlichen Networking zu fröhnen.

Der nächste Webmontag findet am 12. September 2011 in der Brotfabrik in Frankfurt statt.

Die Fotos, die in diesem Blogeintrag zu sehen sind, hat Kai Nehm gemacht. Seine gesammelten Bilder vom Webmontag gibt es hier zu sehen.

Auch Patrick Lenz hat wieder tolle Fotos von der Veranstaltung gemacht – wie zu jedem Webmontag.

3 Kommentare

  1. David schrieb am 10. August 2011 um 21:37 Uhr:

    Schade dass ich nicht dabei sein konnte. Da hab ich ja richtig was verpasst. :(

  2. Tom Klose schrieb am 11. August 2011 um 11:05 Uhr:

    Vielen Dank für das positive Feedback. :)

    LG
    Tom

    http://www.thinkingdesign.de

  3. Webmontag Frankfurt | D I Y-Blog schrieb am 13. März 2012 um 21:15 Uhr:

    [...] 8. August 2011 „Do It Yourself – Die Mitmach-Revolution“ beim Webmontag Frankfurt vor. Anbei ein Bericht mit einer Vorstellung von allen Beiträgern. Ein glücklicher Tag für uns, denn hier lernten wir [...]

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