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21
Jun

Recap: cxi 11 | Corporate Identity Konferenz Mainz

Mareike   |   Design   |   0 Kommentare   |   Teilen   |  

Am 16. Juni fand zum dritten Mal die cxi | Corporate Identity Konferenz statt.

In der modernen, von rauem Beton und viel Glas dominierten Aula der Fachhochschule Mainz eröffnete Moderator Holger Volland, als Kommunikationsexperte selbst „Mann vom Fach“, die Veranstaltung, die sich an Profis und Studenten der Bereiche Marketing und Grafik richtet.

Professor Dr. Matthias Riedel, selbst an der FH Mainz in Marketing, Markenanalyse und Psychologie lehrend, gab mit seinem kurzweiligen Vortrag eine Art Einführung in das Thema Corporate Identity, indem er hierzu 5 Thesen vorstellte:

(1) Unternehmen und Produkte werden eins – Dies machte er anhand von Unternehmen (bzw. Marken) wie Apple, Google und Coca Cola deutlich.
(2) Unternehmen sind Marken. Hier wurde Lady GaGa als berühmteste Ich-AG angeführt, die sich immer wieder neu erfindet.
(3) Design ist Markendesign (und –unterbau), was wieder besonders an Apple und dessen Produktdesign deutlich wird.
(4) Ehrlich währt am längsten: Authentizität und Glaubhaftigkeit werden geschätzt, was sich an dem Erfolg von traditionellen und auf den ersten Blick etwas altbackenen Marken wie Jägermeister und Rothaus zeigt.
(5) Immer die Rule of 7 beachten – bedeutet: Da der Mensch maximal 7 Inhalte simultan aufnehmen kann, darf diese Anzahl nicht überschritten werden.

Mit dem zweiten Vortrag begann nicht nur der eigentliche Exkurs in die Materie, nein, hier wurde auch das besondere Merkmal dieser Konferenz deutlich:

Vertreter von Auftraggeber als auch von der Agentur stellen vereint auf der Bühne gemeinsame Projekte vor und erläutern auf unterhaltsame und beispielhafte Weise, worauf es ankommt, wenn ein CI-Projekt erfolgreich werden soll. Auf dem Programm der cxi 11 standen unter anderem diese zwei Vorträge:

bpost × VIM Group | Rebranding Belgian Post / bpost

Nele Goethals, Account Brand Manager bei bpost, und Marc Cloosterman, CEO der VIM Group Amsterdam, stellten zusammen den Rebranding-Prozess der Belgian Post zu bpost vor.

Dieser wurde notwendig, um das bisher eher unmodern wirkende Unternehmen international zukunftsfähig zu machen. Zudem erforderten mangelndes Vertrauen bei Kunden und der Fakt, dass weniger per Post sondern immer mehr online verschickt wird, eine Neuausrichtung. Problem-Analyse, Strategiefestlegung, Corporate Identity Development, Kommunikation, Evaluation: Ein Prozess, für den nur sieben Monate Zeit blieb.

Am 17. Juni 2010 wurde die „neue“ bpost der Presse vorgestellt, bis zum 1. September 2010 wurde die Umstellung abgeschlossen. Von der Umgestaltung des Kundenschalters zum Paket zum Postwagen zum Briefkasten: Ein Rebranding-Prozess eines Post-Unternehmens hat Auswirkungen, die weit über ein neues Logo hinausgehen. Dass sich die Kosten und Mühen gelohnt haben, zeigte sich bereits in den Monaten danach – in deutlich verbesserten Zahlen und Umfragewerten.

De Gruyter × Hauser Lacour | Redesign De Gruyter

Dass Auftraggeber und Agentur in einem gemeinsamen Projekt manchmal unterschiedliche Positionen und Vorstellungen mit einbringen und so vereinzelt „Diskussionen“ entstehen über „wie“ und „warum“, ist kein Geheimnis. Auch bei der Zusammenarbeit von De Gruyter und Hauser Lacour war dies der Fall.

Dr. Sven Fund, Stefan Hauser und Laurent Lacour machten anhand des Re-Designs des traditionsreichen Wissenschaftsverlages De Gruyter deutlich, dass auch zwischenzeitliche Störfeuer letztendlich zu einem guten Ergebnis führen und keineswegs das Verhältnis zwischen Auftraggeber und Kunde trüben müssen.

Mit neuem Logo sowie neuen Gestaltungsprinzipen für alle Publikationen und den Internet-Auftritt wurde dem Verlag De Gruyter im 260. Jahr seines Bestehens nicht nur ein neuer Anstrich verpasst, das Unternehmen wurde auch für den internationalen Markt fit gemacht.

Mit leichter aber nahezu unbemerkter Verspätung endete die cxi_11 am frühen Abend. Ungewöhnlich nach einem ganzen Tag voller Vorträge: Das Gefühl, dass wir gerne noch weiter den spannenden Ausführungen der Beteiligten hätten lauschen wollen. Fazit: Ein gutes Gefühl, viele interessante Eindrücke und Vorfreude auf die nächste cxi Konferenz 2012.

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